Eine Straße, vier verschiedene Namen

Mehrmals veränderte sich die Adresse der Familie Voigt – sie lebt in vierter Generation an der Berenbosteler

Berenbosteler  Straße

Helga und Karl-Heinz Voigt leben in dem ehemaligen Fachwerkhaus der Schünhoff’schen Ziegelei. Voigts Großvater kaufte es 1920, nachdem der Betrieb der Ziegelei eingestellt wurde. Francke

Im nördlichen Teil der Berenbostel, nicht weit von der Bundesstraße 6, fällt ein altes, gut erhaltenes Fachwerkhaus sofort ins Auge – etwas versteckt hinter einem prächtigen Lindenbaum. Das Haus gehört Karl-Heinz und Helga Voigt.

Friedrich Schünhoff ließ es vor rund 120 Jahren als Verwaltungsgebäude für seine gleichnamige Ziegelei errichten. „Das Fachwerk ist jedoch älter, es wurde in Hannover abgetragen und hier in Berenbostel wieder aufgebaut“, sagt Helga Voigt.

Fachwerkhaus ist seit 1920 im Besitz der Familie

Ziegeleibesitzer Schünhoff gab den Betrieb jedoch schon weit vor dem Zweiten Weltkrieg wieder auf: 1920 kauften die Großeltern von Karl-Heinz Voigt das schmucke Haus nebst Stallgebäude, großem Garten sowie angrenzenden Wiesen und zogen dort ein. „Eine Zeit lang transportierte mein Großvater im Nebenerwerb noch Langholz mit seinen Fuhrwerken. Pferde und Wagen waren im Stall untergebracht“, erzählt Karl-Heinz Voigt, der an der Berenbosteler Straße aufgewachsen ist.

Er erinnert sich noch an die Zeit, als der umliegende Bereich eine freie Fläche war. „Meine Familie hat aus dem Gras der Wiesen hinter dem Haus das Heu für die Tiere gemacht.“  Der nächste Nachbar war das alte Zollhaus Kastendamm an der heutigen B 6, der alten Heerstraße.

Fachwerkhaus an der Berenbosteler Straße

Voigts gut erhaltenes Fachwerkhaus an der Berenbosteler Straße fällt sofort auf.

Die ersten Nachbarhäuser seien in den fünfziger Jahren gebaut worden, etwa zehn Jahre später entstanden die Mietshäuser direkt gegenüber dem alten Fachwerkhaus.

Familie Voigt lebt mittlerweile in vierter Generation an der Berenbosteler Straße, die längst nicht immer so hieß. „Früher lautete unsere Adresse Kastendamm 2, dann Moorweg 12 und danach auch mal eine Zeit lang Garbsener Straße 10“, sagt Karl-Heinz Voigt.

Berenbosteler Straße ist stark frequentiert

Früher sei es vor dem Haus eher beschaulich zugegangen, erst mit dem Bau der Autobahn in den dreißiger Jahren hätte die Straße als Verbindungsweg an Bedeutung gewonnen. Heute ist die Berenbosteler Straße eine der am stärksten frequentierten Straßen im Stadtgebiet: „Im Sommer bei geöffnetem Fenster zu schlafen ist so gut wie unmöglich“, sagt Helga Voigt. Doch in ihrem Garten hinter dem Haus ist davon schon fast nichts mehr zu merken, die Familie verbringt dort deshalb viel Zeit. „Wir haben uns hier eine kleine Oase geschaffen“, sagt Karl-Heinz Voigt.

Bettina Francke