Alte Dorfkneipe bleibt in Erinnerung

Bärbel und Jürgen  noch, wie sie früher einmal war

Berenbosteler Straße

Das Haus von Bärbel und Jürgen Kabus an der Berenbosteler Straße. Francke

Den Teil der Berenbosteler Straße, die durch Altgarbsen führt,  kennt Jürgen Kabus  sein ganzes Leben lang – jeder Stein und jedes Haus sind ihm wohlvertraut: Der heute 65-Jährige ist gleich nebenan in der Seitenstraße Im Kampe geboren und aufgewachsen und ist 1973, frisch verheiratet mit seiner Frau Bärbel, in eine Wohnung an der Berenbosteler Straße 99 gezogen.

Familie Kabus lebte dann zwar in den folgenden Jahren auch mal für eine Zeit in Horst und Hannover-Misburg, sie hielten dabei jedoch immer engen Kontakt zu Verwandten und Freunden an der Berenbosteler Straße. 1995 zog es das Ehepaar mit seinen beiden Töchtern dann wieder zurück nach Altgarbsen, nur ein paar Meter entfernt von ihrem alten Domizil.

Nachbarn passen aufeinander auf

„Hier kennt man sich und trifft sich an der Straße. Wir sind mit den Nachbarn per Du und haben ein gutes  Verhältnis. Vor allem passen wir aufeinander auf“, sagt Bärbel Kabus, die für ihren Mann vor 40 Jahren mit an die Berenbosteler Straße zog. Die ehemalige Gemeindeschwester kann viel über ihr Wahlzuhause erzählen.  „Bis Anfang der achtziger Jahre haben wir noch bei Milch-Grimpe eingekauft. Das war ein kleiner Tante-Emma-Laden mit toller Atmosphäre, ganz in der Nähe. Dort haben wir die Milch noch mit der Kanne abgeholt. Wenn mal etwas im Haushalt fehlte, konnten wir dort auch nach Ladenschluss klingeln.“

Berenbosteler Straße

Bärbel und Jürgen Kabus leben gern in ihrem Haus an der Berenbosteler Straße. Sie schätzen das gute Verhältnis zu den Nachbarn. Francke

Familie Kabus verbindet mit der Berenbosteler Straße auch eine Persönlichkeit aus der Nachbarschaft: Werner Mertens, bis Anfang der neunziger Jahre Pächter der Tankstelle gleich nebenan. „Damals war das noch eine Esso-Tankstelle. Herr Mertens war eine schillernde Person. Ein knurriger, netter Mann, bei dem die Altgarbsener Zigaretten und Zeitungen gekauft haben“, sagt Bärbel Kabus.

Nicht weit entfernt hatte es noch eine zweite Tankstelle direkt an der Straße gegeben. Sie wurde jedoch abgerissen, heute ist dort eine Wiese.

Viele Fahrzeuge rauschen täglich durch die Berenbosteler Straße. „Wenn die Autobahn dicht ist,  dann ist das hier eine kleine Katastrophe“, sagt Bärbel Kabus. Jürgen Kabus kennt das noch anders: Als Junge war die Straße und die nähere Umgebung ein großer Spielplatz für ihn und seine vier Freunde, mit denen er ständig loszog. „Wir wohnen bis heute alle noch im Viertel“, sagt er. Damals hatte es im dem alten Fachwerkhaus am Ende der Straße noch eine urige Dorfkneipe gegeben. „Von dort konnte man sein Bier noch im Krug mit Klappdeckel mit nach Hause nehmen. Heute ist da die Kaminstube drin“, sagt Bärbel Kabus.

Bettina Francke

 Erinnerungen an die WM 2006

Skulptur erinnert an Turnier

Ein großer stählerner Ball ­– umgeben von einem Beet aus Salbei und Thymian – ist Blickfang an der Kreuzung Berenbosteler Straße und Europa-Allee. Die große Skulptur erinnert täglich Hunderte vorbeiziehende Autofahrer, Radler und Spaziergänger daran, dass nur wenige Kilometer von Garbsen entfernt, im Jahr 2006, Vorrundenspiele der Fußballweltmeisterschaft in Hannover ausgetragen wurden.

Bereits im Frühling des Weltmeisterschaftsjahres hatte die Skulptur von Künstler Leonard Wübbena während der Garbsener Kulturtage auf die Ausstellung „Der Ball ist rund“ in der Galerie Kolbien an der Steinbockgasse hingewiesen. Mit Spendenhilfe ermöglichte es der Freundeskreis Garbsen dann, dass das Kunstwerk dauerhaft bleiben konnte: Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens schenkte der Freundeskreis das Kunstobjekt der Stadt.

Seit November 2006 steht die Skulptur nun an der Berenbosteler Straße ­– den Namen „Platz der Fußballweltmeisterschaft“ hat der Bereich erst zwei Jahre später erhalten: Rund 200 Schaulustige sahen am 28. Oktober 2008 zu, als der damalige Nationaltorwart Robert Enke gemeinsam mit Ortsbürgermeister Franz Genegel und Wolfgang Galler vom Freundeskreis das Namensschild enthüllte.