Egal ob kleiner Palast oder Burg: Schloß Ricklingen hat viele Schmuckstücke

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Der Stadtteil verdankt seine Entstehung – nein, keinem Schloss – einer Burg: 1225 hat Graf Konrad II von Roden das „Castrum Ricklinge“ erbaut. Schon um 1800 vor Christi siedelten dort Menschen, wie prähistorische Funde belegen. Das, was die Einwohner heute noch Schloss nennen, taucht erstmals 1752 offiziell als Amtshaus in der Ortschronik auf. Von dort wurde das Gebiet um das heutige Garbsen verwaltet. Und so setzte sich 1859 als Amtsname des Ortes Schloß Ricklingen durch.

Sehenswert ist vor allem die Barockkirche. Das evangelische Gotteshaus aus dem Jahr 1694 besticht durch eine reichliche, italienisch inspirierte, barocke Ausstattung und einen einzigartigen Kanzelaltar samt Orgel. Die Kirche ist oftmals Bühne für den Kammerchor Schloß Ricklingen, der wegen seines hohen gesanglichen Niveaus die Kirche bei Auftritten bis zum letzten Platz füllt. Einen Abstecher an den Ortsrand ist zudem der medaillonartige Kreuzstein mit Baldachin wert. 1385 wurde dort Herzog Albrecht von Sachsen und Lüneburg durch ein Wurfgeschoss verwundet und erlag später seinen Verletzungen. Übrigens: Zu dieser Zeit soll Schloß Ricklingen ein berüchtigtes Raubritternest gewesen sein. Ein landschaftliches Schmuckstück sind die Leineschleife und die Leineaue westlich des Ortes. Die 1895 erbaute Von- Woyna-Brücke, benannt nach dem damaligen Landrat von Neustadt, bietet einen zu jeder Jahreszeit großartigen Blick auf diese Landschaft. Schon Hermann Löns soll die Auen bewundert haben.

Schloß Ricklingen in Zahlen
Einwohner: 2.510
Fläche: 10 km2

 

Günther Barthel Ortsbürgermeister Schloß Ricklingen, Horst, Frielingen und Meyenfeld

Günther Barthel
Ortsbürgermeister
Schloß Ricklingen, Horst, Frielingen und Meyenfeld

Wo sehen Sie Schloß Ricklingen in zehn Jahren?

Der Neubau des Kindergartens und insgesamt die Fokussierung auf die Kinderbetreuung werden junge Familien anziehen, für die durch den Generationenwechsel frei gewordene Häuser attraktiv werden. Der Verkehr ist beruhigt. Die Nahversorgung bleibt erhalten. Immer mehr Radfahrer besuchen die repräsentativen Ziele im Ort.

Was sollte sich bis dahin ändern?

Da der Ort von Landschaftsschutzgebieten umgeben ist, können Wohngebiete kaum neu erschlossen werden. Diese Einschränkung macht aber das Bekenntnis zur Erhaltung der Natur mehr als wett. Der Durchgangsverkehr, der insbesondere bei Autobahnsperrungen zu beklagen ist, wird ausgebremst, lange LKW beschädigen nicht mehr Brücke und Lindenallee.