Osterwald: Das Dorf der Koppelknechte

ort-osterwaldDer nördlichste Stadtteil Garbsens ist auch der flächenmäßig größte: Sieben Kilometer lang ist allein die Hauptstraße. Der Osterwalder Wald zieht sich bis zur Neustädter Moorgeest hin. 1247 wird der Ort erstmals erwähnt. Die Endung „-wald“ weist auf eine hochmittelalterliche Neuansiedlung hin. Vor 1300 war Osterwald ein großes Moorgebiet. Die ersten Siedler kamen aus Holland und dem Niederrheinischen und besaßen Kenntnisse in Moorkultivierung: Der Beiname Dorf der Koppelknechte bezieht sich auf die Tätigkeit von Pferdehändlern. 1689 sind 24 Pferdehändler im Dorf belegt. 1738 wurde das Richtfest der Barockkirche gefeiert. Ins Jahr 1831 fällt die verwaltungstechnische Teilung des Ortes in Ober- und Unterende – die Grenze liegt am Gießelmannhof – Auftakt für einen noch immer aktuellen, ganz alltäglichen Wettstreit der Ortsteile.

Oberende ist das beschauliche Gesicht Osterwalds mit Kirche und dem Charme einer dörflichen Siedlung. Es gibt noch viele landwirtschaftliche Betriebe, im Süden entlang des Heinrich-Nordhoff-Rings auch größere Gewerbeansiedlungen. Einige historische Höfe und sowie Baudenkmäler, wie das Poggenschloss finden sich auch in Unterende, neben einzelnen Gewerbegebieten und dem Baugebiet Bredingsfeld als letzte Großsiedlung. Osterwald verfügt über eine sehr gute Infrastruktur mit drei Kindergärten, einer Grundschule, Ärzten und Apotheken. Wacker Osterwald ist übrigens der größte Sportverein Garbsens. Über Garbsens Grenzen hinaus bekannt ist auch der Reit- und Fahrverein St. Georg.

Osterwald in Zahlen
Einwohner: 7446
Fläche: 2,406 km2

 

Jürgen Haase Oberbürgermeister von Osterwald und Heitlingen

Jürgen Haase
Oberbürgermeister von Osterwald und Heitlingen

Was macht Osterwald lebenswert?

Osterwald ist sehr vielseitig: Im Norden gibt es ein großflächiges Naherholungsgebiet, im Süden mit den Firmen Sonepar, b&d Laserworking und anderen eine moderne Gewerbeansiedlung. Der Ort verfügt über eine sehr gute Infrastruktur: mit drei Kindergärten, drei Grundschulen, zwei Ärzten, zwei Apotheken und Einkaufsmöglichkeiten vom Discounter bis zum Vollsortiment mit dem geplanten Edeka-Markt. Ob Reit- und Fahrverein, die Schützenvereine und Feuerwehren, die Sozialverbände, Wacker Osterwald – mit mehr als 1000 Mitgliedern größter Sportverein Garbsens – oder der Heimatverein – Vereinsarbeit ist die beste Sozialarbeit. Das neue Projekt Natur-Erlebniswiese in Verbindung mit Historie soll das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken. Die evangelische Kirchengemeinde mit der Barockkirche als Dorfmittelpunkt hält viele wichtige Angebote bereit – von der Kinderkirche über den Frauenkreis bis zur Männervesper – und fördert ein breites Kulturprogramm.

Wo sehen Sie Osterwald in zehn Jahren?

Das Projekt Moorgeest sollte als Renaturierung weiter vorangetrieben und dabei möglichst einvernehmlich mit den Eigentümern entwickelt werden. Ebenso das Gewerbeflächenkonzept 2025 im südlichen Teil von Osterwald an Molkereistraße und Heinrich-Nordhoff-Ring mit der geplanten Ansiedlung von mittelständischen Betrieben – im Einklang mit der Natur. Der geplante Umzug aller Maschinenbauinstitute nach Garbsen und das PZH werden sicher Impulse schaffen. Dabei sind auch Garbsens Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing gefragt.

Und wo zwickt es?

Das Wachstum Osterwalds ist wegen der Nähe zum Flughafen begrenzt, es wird daher keine größeren Baugebiete mehr geben. Kindergärten und Schulen müssen gesichert werden. Wichtig ist mir auch das Thema Sicherheit: Es gibt bisher kein übergreifendes Radverkehrsnetzkonzept für Garbsen. Dieses sollte erarbeitet werden, wir brauchen ein Konzept, nicht nur Stückwerk.