Berenbostel: Herzstück zwischen Seen und Bauboulevard

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Ein Löwe hält einen Hammer in den Tatzen – und steht auf Ziegelsteinen: Das Berenbosteler Wappen deutet darauf hin, dass der Ort früher das Dorf der Ziegeleien war. Übrig geblieben sind die alten Tonkuhlen – fast alle Seen im Stadtgebiet sind Abbaugruben ehemaliger Ziegeleien. Berenbostel wurde 1206 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich von Bardinge Burstelle – Bauernhof des Bauern Barding – ab. Ursprünglich von Landwirtschaft geprägt, wandelte sich der Ort Ende des 19. Jahrhunderts mit der Industrialisierung vom Bauerndorf zum Wirtschaftsstandort. Die bekannteste, älteste und am längsten bestehende Ziegelei war die Flemmingsche Ziegelei, 1873 gegründet von Conrad Windmeier und August Egestorff. Sie bestand bis in die sechziger Jahre entlang der heutigen B 6. Dort stehen heute am sogenannten Bauboulevard ein Möbelhaus und mehrere Fachmärkte. Die Einkaufstraße Rote Reihe und der anschließende Dorfplatz bilden das Zentrum des Ortes. Dort erinnert ein Brunnenstein, gestiftet zum 800-jährigen Ortsjubiläum, an die Ziegeleien. Der Ort – früher das Herzstück Garbsens – ist der größte und am dichtesten besiedelte Ortsteil Garbsens und hat neben 15 000 Einwohnern viel Gewerbe, aber auch viel Lärm und Verkehr. Viele Berenbosteler schätzen das lebhafte Vereins- und Schulleben, den idyllischen Berenbosteler See, drei lebendige Kirchengemeinden und den Badepark. Für das Wohngebiet des Kronsbergs, das sich in den vergangenen Jahren zu einem Brennpunkt entwickelte, wollen Politik und Wohnungsunternehmen neue Perspektiven schaffen.

Berenbostel in Zahlen
Einwohner: 14 878
Fläche: 5,8 km2

Werner Baesmann Ortsbürgermeister Berenbostel und Stelingen

Werner Baesmann
Ortsbürgermeister
Berenbostel und Stelingen

Was macht Berenbostel lebenswert?

Ob Brunnenfest, Maifest, Matjesfest, Weinfest oder Nikolausfest: hier steckt viel Leistung drin. In den Vereinen liegt viel Schaffenskraft: Vom TSV über den TKB bis zum Heimat- und Kleingartenverein. Sie alle verbindet die gemeinsame Geschichte des Stadtteils. Obwohl wir kaum Kulturdenkmäler haben, ist die Ortsgeschichte präsent. 570 von 14 000 Berenbostelern sind im Heimatbund. Berenbostel verfügt über eine hervorragende Infrastruktur mit zwei Grundschulen, dem Schulzentrum III, drei starken Kirchengemeinden und dem Badepark. Vielfältige Einkaufmöglichkeiten gibt es an der Roten Reihe und am Dorfplatz, dem Ortszentrum. Natur pur bieten der Berenbostler See und der Stadtpark.

Wo sehen Sie Berenbostel in zehn Jahren?

Die bestehenden Einkaufmöglichkeiten an der Roten Reihe und am Bauboulevard müssen gesichert, das Zentrenkonzept erhalten bleiben. Dafür muss noch stärker auf gemeinsame Konzepte und Kommunikation gesetzt werden. Die Kirchengemeinden müssen moderner werden, also auf die vielfältigen gesellschaftlichen Herausforderungen und die zum Teil sinkenden Gemeindemitgliederzahlen reagieren. Ich setze mich weiter dafür ein, dass die Vereine gestärkt werden. Für den Kronsberg wird die Aufnahme in das Programm Soziale Stadt sicher einen Schub bringen.

Wo zwickt es und was soll sich bis dahin verändern?

Wir müssen dem drohenden Nachwuchsmangel in den Vereinen mit individuellen Konzepten begegnen. Ob Sportverein oder Heimatbund – um junge Menschen zu begeistern, ist es wichtig, schon die Grundschulen mit einzubeziehen. Der Verkehrslärm im Ort und besonders im Ortskern muss eingedämmt werden. Die Realisierung der Umgehungsstraße nach Langenhagen muss weiter vorangetrieben werden.